Reisebericht | Alpe Adria Trail 2018

Reisebericht Wandern Alpe Adria Trail (25.08.2018 – 01.09.2018)

 


Tag 1 (Samstag): Anreise 

 

Um 3.50 Uhr klingelt der Wecker! Conny und ich packen unseren Proviant in den Rucksack und dann rollern wir mit unseren Reisetaschen zum Bahnhof in Münster. Wir sind natürlich viel zu früh (5.15 Uhr), aber ich bin sowieso zu aufgeregt zum Stillsitzen und der Zug steht auch schon parat, so dass wir uns schon gemütlich unsere Plätze suchen können.

Die Bahnfahrt mit dem Umsteigen klappt gut und wir vertreiben uns mit Lesen die Zeit. Kurz vor Villach geht ein junger Mann durch den Gang... „Sebastian???“ Der dreht sich um und erkennt uns wieder! Voll witzig, dass unser Guide vom letzten Jahr uns auch durch Slowenien führen wird!

In der S-Bahn nach Finkenstein treffen wir dann noch weiter „Frösche“: Manuela und Mareike gehören auch zu unserer Wandergruppe und so wir kommen um 17.30 Uhr zu fünft imFinkensteiner Hof an. Wir beziehen unser gemütliches Zimmer mit einem kleinen Balkon, gehen noch kurz zum Einkaufen zum Edeka gegenüber und ich schwimme noch eine kleine Runde im hauseigenen Pool bei 25°C Wassertemperatur. Das tut gut nach dem langen Sitzen im Zug.

Um 19.00 Uhr treffen wir unsere gesamte Wandergruppe und die sehen alle total nett aus!

Um 19.30 Uhr gibt es ein leckeres Abendessen mit Rindsbrühe mit Grießnockerl vorweg, dann Salatbuffet, Putengeschnetzeltes mit Spätzle und als Nachtisch Vanillepudding mit Marillengelee, dazu ein Glas Wein, sehr lecker.

Gegen 22.00 Uhr löst sich unsere Runde auf und wir gehen auf unsere Zimmer. Dort holen wir als erstes den Wäscheständer mit den Badesachen vom Balkon rein, da es draußen kräftig schüttet!

 


Tag 2 (Sonntag): Baumgartnerhöhe – Kranjska Gora 

 

6.30 Uhr : Aufstehen, flott duschen, anziehen und schon mal die Regensachen raussuchen, denn es hat die ganze Nacht geregnet und gewittert und es regnet immer noch :(

 

7.15 Uhr: Zum Frühstück gibt es ein einfaches aber sehr leckeres Buffet, mit dem wir uns stärken. 8.15 Uhr: Wir stehen alle wetterfest mit Regenjacke und -hose vor dem Hotel, ziehen das Raincover über den Rucksack (Conny schützt sich zusätzlich noch mit einer Mülltüte) und lassen uns mit einem Taxi zur Baumgartnerhöhe (919m) fahren.

 

8.30 Uhr: Wir starten bei Landregen den Aufstieg zum Jepzasattel (1438m), den Österreichisch- Slowenischen Grenzübergang. Nun gehen wir oben auf dem Kamm entlang und sehen immer wieder die Grenzsteine. Der Regen wird langsam aber sicher immer weniger und so schaffen wir auch den letzten Anstieg zum Schwarzkogel (1842m), der es ganz schön in sich hat!

 

11.45 Uhr: Geschafft! Die Wolken reißen jetzt auch auf und wir haben einen tollen Blick auf den Faaker See und Villach.

Hier oben ist es ganz schön windig und wir machen uns an den Abstieg. Nach einer halben Stunde machen wir dann eine Pause. Es ist fast trocken und wir stärken uns mit Brötchen, Obst und Müsliriegeln.

 

Claudia, Mareike, Kerstin und ich machen nun noch einen kleinen Schlenker über den Mallestiger Mittagskogel (1801m), wobei ich zwischendurch kurz überlege, ob diese Extratour wirklich eine so

gute Idee war - während die anderen ihn seitlich umgehen - aber die Aussicht dort oben ist großartig!

Ab jetzt geht es nur noch abwärts auf tollen Wegen – und ich bin froh über meine Wanderstöcke! Die letzte Stunde wandern wir durch den Wald entlang der Save, einem herrlichen Fluss. Allerdings bin ich so langsam auch geschafft, aber um 17.00 Uhr sind wir in Kranjska Gora (806m)! Wir logieren im Hotel Ramada, einem 4-Sterne- Luxushotel mit einem tollen Schwimmbad mit Whirlpool und Massagedüsen! Das tut nach der Wanderung richtig gut.

 

19.00 Uhr: Uns erwartet ein fürstliches Abendbuffet mit Salatbar, reichlich Auswahl an Gemüse, Risotto, Kartoffeln, Nudeln, Fleisch, Fisch, Kuchen, Eis, Obst... Wir haben auch alle richtig Hunger und lassen uns das alles bei einem Glas Wein oder Bier schmecken ...

 

21.00 Uhr: Ich bin geschafft! Während die anderen noch an die Bar gehen, gehe ich auf`s Zimmer und schreibe Tagebuch, räume auf und genieße es, die leicht angeschlagenen Füße hochzulegen!

 

Um 22.00 Uhr kommt Conny von der Bar hoch und wir quatschen noch etwas. Conny richtet noch eine WhatsApp-Gruppe ein und keine 2 Sekunden später stellen alle schon ihre Bilder rein! Toll! 


Tag 3 (Montag): Kranjska Gora – Trenta (und Shuttle nach Bovec)

 

7.00 Uhr: Wie gut, dass Conny und ich gerne früh aufstehen und wir das üppige Frühstücksbuffet noch in Ruhe genießen können, denn ab 7.40 Uhr wird es richtig voll und wuselig. Nach dem Frühstück kaufe ich an der Rezeption noch ein paar Postkarten, dann packen wir unsere Sachen zusammen und wir treffen uns bei herrlichem Sonnenschein vor dem Hotel.

   

8.30 Uhr: Abmarsch durch die Stadt, am Jasna-See vorbei (wo ich mit Grit und Claudia noch schnell über ein paar große Steine laufen muss ;) und dann geht es recht eben über Waldwege an der Save entlang, die wir irgendwann noch überqueren müssen, aber noch reichen die Steine nicht aus, um rüberzukommen. Wir finden dann später eine kleine Brücke und gelangen dann mit einigen kleineren Anstiegen zur Russischen Kapelle (1070m). Diese Kapelle erinnert an ein Lawinenunglück im Jahr 1916, bei dem über 200 russische Kriegsgefangenen umkamen.

 

10.30 Uhr: Nach einer kleinen Stärkung geht es jetzt über tolle aber teils auch recht steile Wege zum Vrsic-Pass (1611m).

 

12.30 Uhr: Hier machen wir bei einem unglaublichen Panorama Mittagspause (mit Blaubeerpfannkuchen oder Suppe oder Kuchen oder Bier ...), allerdings ist es recht zugig hier, so dass wir alle unsere Jacken überziehen. Ich tape meine Blasen an den Zehen, da das Blasenpflaster nicht so doll hält, aber mit dem Tape geht das ganz gut!

 

14.00 Uhr: Gut gestärkt beginnen wir den Abstieg teils in der Sonne, teils auf schattigen Wegen, einfach herrlich!

 

15.40 Uhr: Wir sind am Info-Point zur Soca-Quelle (990m). Alle, bis auf Ines, die leichte Knieprobleme hat und auf unsere Rucksäcke aufpasst, gehen jetzt direkt zur Quelle. Der Weg ist spannend, es geht über steile Stufen und am Stahlseil direkt an der Felswand entlang, das macht richtig Spaß!!! Nach einer halben Stunde sind wir wieder zurück und wir müssen uns blitzschnell entscheiden, ob wir noch 6 km entlang der Soca laufen oder den Bus nehmen wollen... Die Hälfte von uns will wegen Knie- oder Fußschmerzen lieber den Bus nehmen und so schickt Sebastian sie zur 1 km entfernten Bushaltestelle, wo der Bus um 16.30 Uhr abfahren soll.

 

16.50 Uhr: Claudia, Mareike, Grit, Sebastian und ich gehen nach unserer Pause auf wunderschönen Wegen entlang der Soca und sammeln unterwegs die anderen ein (denn leider fährt der Bus zu früh ab, so dass sie doch mit uns laufen müssen, was eine ziemliche Qual ist, denn sie haben sich ja nicht

umsonst für den Bus entschieden... )

 

Der Weg ist toll, es geht meist abwärts, immer entlang des Flusses mit seinem glasklaren Wasser! Einziger Wehrmutstropfen ist die sehr angespannte Stimmung, da einige wirklich Probleme beim Laufen haben und Sebastian nicht glaubt, dass sie nicht getrödelt haben und deshalb den Bus verpasst haben :(

Und so laufen wir recht schweigsam, weil keiner sich zu fragen traut, was genau passiert ist, nach Trento zur Bushaltestelle. Sebastian treibt uns ständig an, damit wir auch ja rechtzeitig da sind. Und das sind wir auch!

 

18.20 Uhr: Wir erreichen Trenta (624m) und warten jetzt noch knapp 20 Minuten auf den Bus. Wir sind alle froh, als er endlich kommt und wir auch alle noch einen Sitzplatz bekommen. Mareike sitzt hinten mit mir in der letzten Reihe, aber ihr bekommt der flotte Fahrstil, die kurvenreiche Straße und die miefige Luft so gar nicht, so dass sie, mit einer Tüte in der Hand, versucht sich nach vorne durchzukämpfen. Das gelingt ihr zwar in dem vollen Bus nicht, aber sie hält tapfer bis zum Ziel durch und ist froh, als wir um 19.20 Uhr endlich in Bovec (454m) aussteigen können. An der frischen Luft bekommt sie auch wieder Farbe im Gesicht!

 

Im Hotel Alp machen wir uns schnell frisch und treffen uns um 20.15 Uhr zum Abendessen. Das Buffet ist zwar schon recht abgeräubert und steht auch schon lange auf den Warmhalteplatten, aber mit unserem Hunger ist lauwarm auch in Ordnung.

 

21.30 Uhr: Wir sind alle satt und geschafft und gehen auf unsere Zimmer. Ich schreibe noch meinen Tagesbericht, mache um 22.30 Uhr das Licht aus und habe geschlafen wie ein Murmeltier!

 


Tag 4 (Dienstag): Bovec – Dreznica (und Shuttle nach Tolmin)

 

7.00 Uhr: Es gibt ein tolles Buffet mit viel Obst, reichlich Wurst und Käse, eine gigantische Müsliauswahl mit vielen Trockenfrüchten und Nüssen...sehr lecker!

Ich kaufe in der Post noch ein paar Briefmarken und schicke die ersten 3 Postkarten ab, bevor wir uns um 8.30 Uhr vor dem Hotel treffen.

 

Wir wandern zuerst durch Bovec, dann an kleinen Teerstraßen mit leichter Steigung entlang zu dem traumhaften Virje-Wasserfall, der schon als Filmkulisse zu den „Chroniken von Narnia“ gedient hat. Ich hätte ja Lust zu baden, aber 9° C sind doch recht frisch und nach einer kleinen Foto- und Trinkpause geht es um 9.45 Uhr auch schon weiter zum nächsten Wasserfall.

 

11.00 Uhr: Wir sind am Boka-Wasserfall, dem höchsten und wasserreichsten in Slowenien. Der letzte Anstieg zum Aussichtspunkt war schon ganz ordentlich, aber die Aussicht ist beeindruckend, allerdings ist der Wasserfall selbst ganz schön weit entfernt.

 

Nach einer kleinen Pause geht es nun immer schön an der Soca entlang, der Fluss ist einfach malerisch mit seinem klaren, leicht türkisen Wasser, das über das weiße Karstgestein rauscht! Wir gehen recht eben auf Schotterwegen bei 26°C und werden von vielen Schmetterlingen begleitet. 12.30 Uhr: Nachdem wir die Soca über eine große Hängebrücke überquert haben, machen wir unsere Mittagspause direkt auf den Steinen des Flussbetts. Das Wasser hat zwar nur 8°C, aber für die Füße ist es eine herrliche Erfrischung und eine Wohltat!

 

Auf der Soca sehen wir dann etliche beim Rafting, entweder in Einzelkajaks oder in großen Schlauchbooten. Klasse, da hätte ich auch mal Lust mitzufahren!

 

Frisch gestärkt gehen wir dann weiter entlang des Flusses nach Trnovo ob Soci (319m), machen dort eine Kaffeepause, füllen unsere Trinkflaschen auf und gehen weiter nach Dreznica. Auf dem letzten Ende sind leider meist asphaltierte Wege und die ziehen sich ziemlich... Aber gegen 16.35 Uhr sind wir in Dreznica (547m) und wollen kurz einkehren – nur blöd, dass seit neuestem das

einzige Lokal im Ort immer montags und dienstags geschlossen hat :(

 

So warten wir recht geschafft ( und mit 4 Leuten, die inzwischen Knie- und Fußprobleme haben ) auf unsere Taxen, die uns nach Tolmin (189m) bringen.

 

17.30 Uhr: Das Hotel Bovec ist herrlich mit schönen Zimmern, traumhaften Badezimmern, superfreundlichem Personal... So genehmigen wir uns gleich auf der Terrasse ein kleines Bierchen und machen uns anschließend frisch für ́s Abendessen.

 

19.00 Uhr: Auf der lauschigen Terrasse lässt es sich herrlich sitzen. Das Essen selbst ist zwar recht ... einfallslos, aber die Lage ist wunderbar und so bleiben wir noch bis 22.00 Uhr sitzen und feiern bei Bier, Wein und Aperol unser Bergfest.

 

23.15 Uhr: Geschafft von dem Tag geht nun das Licht aus.

 


 Tag 5 (Mittwoch): Tolmin – Tribil di Sopra (und Shuttle nach Cividale)

 

7.00 Uhr: Das leckere Frühstück ist immer eine gute Grundlage für unsere Wanderungen.

 

8.30 Uhr: Wir treffen uns vor der Hotelterrasse, einige füllen noch ihre Trinkflasche auf und dann geht es durch den Ort (mit Kiwis als Terrassenbeschattung), über die Soca und noch eine 3⁄4 Stunde lang auf Asphalt :(

 

10.00 Uhr: Endlich sind wir auf einem schönen Wanderweg und der letzte Anstieg geht knackig durch den Wald aufwärts, aber das macht richtig Spaß! Gegen 11.45 Uhr haben wir es geschafft und sind oben auf dem Kolovrat (1114m). Von diesem Aussichtskamm haben wir einen tollen Blick auf die Julischen Alpen und sogar auf die Adria! Bedrückend sind allerdings die vielen alten Stellungen, die noch von den Kämpfen im 1. Weltkrieg zeugen.

 

Nun geht es munter einen schmalen Weg durch Wiesen hinab und gegen 12.30 Uhr machen wir Mittagspause in dem „Rifugio Casoni Solarie“, einer bewirteten Schutzhütte. Hier gibt es sehr leckere Spaghetti mit Minze, Oliven, Kapern und Tomaten und anschließend bleibt für Conny, Mareike und Ines noch kurz Zeit, sich im Liegestuhl auszuruhen.

 

13.30 Uhr: Nun geht es leicht bergab weiter.

 

15.05 Uhr: Claudia, Andrea, Kerstin, Sebastian und ich wollen noch ein paar extra Höhenmeter machen – und vor allem keine Asphaltstraße mehr gehen – und gehen auf den Monte Cum (912m). Es geht über schöne Schotter- und Waldwege, wobei wir froh über jeden Schatten sind. Das Gipfelkreuz oben ist inzwischen völlig von Bäumen umgeben, wir machen schnell ein Selfie und dann geht es auf der anderen Seite auch schon wieder runter. Unterwegs sehen wir noch einen dicken Frosch, der mir auch nur durch sein Weghüpfen aufgefallen ist, sonst ist er gut getarnt.

 

16.20 Uhr: Wir sind wieder bei den anderen, die den Monte Cum seitlich umgangen sind und schon in Tribil de Sopra eingekehrt sind. Die Wirtin hat extra für uns einen sehr leckeren Nuss-Rosinen- Grappa-Kuchen gebacken, der sehr köstlich ist.

 

16.50 Uhr: Ein Shuttle bringt uns nun nach einer halben Stunde Fahrt nach Cividale ins Hotel Roma. Nach einer erfrischenden Dusche bummeln Conny und ich noch durch den Ort mit seinen kleinen Gassen und treffen unterwegs auf Claudia.

 

19.00 Uhr: Auf dem Marktplatz treffen wir uns alle in einer Pizzeria und genießen vorweg einen Salat, dann leckere Pizza oder Pasta, und als Dessert Tiramisu bzw. Tartufo! Köstlich! (das Pana Cotta war sehr ...na ja... speziell, aber das andere war großartig).

(Meine neue Blase am kleinen Zeh verarzte ich mit einem Blasenpflaster von Manuela)

 


Tag 6 (Donnerstag): (Shuttle nach Gradisca d ́Isonzo) Gradisca d ́Isonzo – Duino (Adria)

 

7.00 Uhr: Frühstücksbuffet

 

8.00 Uhr: Ein Shuttle bringt uns nach Gradisca d ́Isonzo (32m) (Mareike, Ines und Conny pausieren heute wegen Knie- und Fußproblemen und fahren mit dem Shuttle und unserem Gepäck weiter nach Duino)

 

9.00 Uhr: Wir wandern durch den Ort, an wunderschönen Magnolien in den Vorgärten vorbei, durch schöne Wälder auf den Monte S.Michele (275m) mit alten Stellungen und Kanonen aus dem 1. Weltkrieg zu einem Aussichtsplateau mit Blick gen Norden, wo wir heute gestartet sind. Kurz darauf haben wir auch einen schönen Blick nach Süden und können die Adria schon sehen!

 

Durch Forst- und Waldwege, teils in praller Sonne und bei 29°C, geht es munter weiter und gegen 12.00 Uhr machen wir bei alten Grotten und Stellungen Mittagsrast. Wir haben einen tollen Blick in die Ebene, unseren weiteren Weg und auf die Adria, die schon näher kommt! (Und wir amüsieren uns köstlich, dass Sebastian beim Anblick eines schillernd grünen Käfers, der auch noch fliegen kann, leicht unruhig wird und sich lieber woanders hinsetzt.)

 

Nach einer halben Stunde brechen wir auf und ich laufe gerne vorweg, denn das Schildersuchen gleicht einer Schnitzeljagd und macht Spaß. Bei Kreuzungen schaue ich mich dann zu Sebastian um und warte kurz auf das OK, dass der Weg noch richtig ist. Denn Umwege wollen wir alle nicht machen, denn die Sonne und die Hitze kosten Kraft und zehren an unserer Energie und Motivation. Inzwischen ziehen sich die Wege wie Kaugummi in die Länge und wir werden alle stiller (und quengeliger) .

 

14.30 Uhr: Hurra, wir erreichen den Ort Jamiano (44m)! Eigentlich wollen wir im Hotel Pahor Kaffeepause machen, doch leider hat es erst ab 17.30 Uhr wieder geöffnet. Immerhin gibt es Wasser zum Flaschenauffüllen und wir machen es uns mit unserem Proviant auf der Terrasse im Schatten gemütlich.

 

Also geht es nun weiter, zwei kleine Anstiege (auf 128m) und dann runter zum Hafen von Duino. Aber der Weg ist sooo lang, wir sind alle geschafft und als am Hafen die ersten 3 Bars geschlossen haben, ist unsere Stimmung auf dem Tiefpunkt. Wir sind einfach alle fertig.

 

16.30 Uhr: Jippie, eine Bar hat offen und wir stärken uns mit Kaffe, Cola oder Lemon Soda! Jetzt ziehen wir noch schnell unsere Badesachen unter und (17.00 Uhr) so gehen wir mit neuem Mut auf die letzten Kilometer in den Endspurt.

 

17.30 Uhr: Wir sind überrascht: wir sind an der Adria!!! Das letzte Ende ging jetzt wirklich schnell und Mareike und Conny erwarten uns schon auf der Mole. Jetzt flott Rucksack und Klamotten ablegen und rein ins Meer! Claudia und Andrea springen direkt hinein, ich gehe lieber vorsichtig die glitschigen Steine runter, denn meine Füße tun ganz schön weh :(

Aber das Wasser ist herrlich (25°C)! Es tut sooo gut und ist eine wahre Wohltat – da sind die Strapazen der letzten 9 Stunden fast vergessen!

 

Diesen Erfolg feiern wir dann auch gleich mit Aperol, Hugo und Bier in einer Bar direkt am Meer, herrlich!!!

 

Unsere Füße sind alle angeschlagen und so gehen wir barfuß zu unserem Hotel „Al Pescatore“ hoch. Wir haben ein tolles großes Zimmer mit Balkon, auf dem dann unsere Wäsche trocknen kann. 19.30 Uhr: Das Abendessen auf der großen Terrasse unter einem Blätterdach ist köstlich, es gibt Spaghetti mit Meeresfrüchten (bzw. mit Tomatensoße für mich), dazu Salat und zum Nachtisch Pana Cotta oder Apfelstrudel.

 

21.30 Uhr: Claudia und Michael wollen noch auf einen Absacker zum Hafen runter, damit Claudia ihre 50.000 Schritte für den Tag noch schafft (bis jetzt sind es nur 48.000). Da muss ich leider passen. Das ist zwar grundsätzlich eine tolle Idee, aber diese Tour hat mich echt geschafft. Und so gehe ich um 22.00 Uhr einfach zu Bett und schreibe nicht mal mehr meinen Tagesbericht.


 Tag 7 (Freitag): Duino – Prosecco (Shuttle nach Triest)

 

7.30 Uhr: Es gibt ein typisch italienisches Frühstück mit Kaffee, Saft, Weißbrot, Marmelade, etwas Schinken und Käse und Brioche (mit Marmelade gefüllte Croissant).

 

8.30 Uhr Wir wandern auf dem Rilke-Weg entlang der Steilküste mit herrlichem Blick auf die Adria. Heute muss ich mich erstmal mit all meinen Blasen einlaufen und bin sehr froh über die Wanderstöcke!

 

9.00 Uhr: In Duino-Sistiana decken wir uns im Supermarkt mit Proviant ein und mich nerven jetzt schon die Asphaltstraßen in der Stadt. Aber nun geht es hinaus durch das Hinterland über Feld- und Waldwege und durch kleine Dörfer. Das ist ganz interessant und abwechslungsreich mit den Häusern und Gärten. Außerdem ist es heute leicht bedeckt und mit 23°C nicht ganz so heiß wie gestern!

 

11.00 Uhr: In San Pelagio (225m) machen wir eine kleine Kaffepause in einer Osmiza, einer Bauernschänke mit regionalen Produkten.

 

Und schon geht es weiter...

 

In Sgnonico (144m) entscheiden wir uns – dank der guten Frage von Sebastian, ob wir hier einkehren wollen oder lieber in Prosecco einen Prosecco mehr trinken wollen – gegen eine weitere Kaffeepause und laufen weiter und weiter (teils auf Asphalt, gegen den wir alle so langsam allergisch reagieren).

 

Aber um 15.30 Uhr sind wir dann schon in Prosecco (249m)!!! Bei dem „rostigen Wanderer“, einem Alpe-Adria-Infopoint, machen wir unser Abschlussfoto und kehren dann endlich in einer Bar ein. Hier gibt es den Prosecco gezapft in einer Karaffe und so durstig wie wir sind, schaffen wir locker 2 1⁄2 Liter. Die Bar ist zwar nur mäßig gemütlich, aber das ist uns egal.

 

Der Ort selbst ist auch wenig reizvoll und so fahren wir um 16.24 Uhr mit dem öffentlichen Bus nach Triest zum Bahnhof. Von dort gehen wir in 5 Minuten zu unserem „Hotel Italia“. Das Zimmer ist ganz schön, das Bad zwar klein, aber eine Dusche tut ja immer gut!

18.00 Uhr: Mit Ines, Claudia und Conny gehe ich die Stadt erkunden. Ich humpele zwar wegen der Blasen kräftig, aber egal. Wir bummeln durch die Stadt und ich kaufe noch einige Postkarten, die ich dann im Zug nach Hause schreiben will. Es ist toll, dass überall draußen Tische mit vielen Leuten dran stehen und es so mild ist. Das strahlt so eine schöne Lebensfreude aus.

19.30 Uhr: Auf der Piazza Sant ́ Antonio treffen wir uns in der Pizzeria Al Barattolo zu unserem Abschlussabend mit leckerer Pizza und Pasta. Mareike und Manuela haben für Sebastian ein tolles Abschiedsgeschenk besorgt: ein leuchtend grüner Regenschirm mit Fröschen drauf, da er am ersten Tag noch so über Regenschirme beim Wandern gelästert hat (dazu gab es noch einen kleinen Umschlag mit Trinkgeld). Ich glaube, er hat sich riesig gefreut, denn er ist den weiteren Abend stolz mit seinem Schirm herumgelaufen!

 

21.30 Uhr: Wir schlendern alle noch zum Hafen, essen unterwegs ein Eis, gehen auf die lange, breite Mole, genießen den Blick auf Triest bei Nacht, suchen uns dann eine nette Bar und finden tatsächlich mit allen Platz an einem Tisch. Hier lassen wir die Wanderwoche bei Wein, Bier, Aperol, Gin Tonic und Grappa ausklingen. Gegen 23.30 Uhr gehen Conny, Kerstin, Ines und Michael zurück ins Hotel und gegen 0.30 Uhr gehen wir anderen dann auch zurück. Inzwischen nähert sich ein Gewitter und der Donner hallt kräftig in der Stadt! Auf den letzten 20 Metern vor unserem Hotel fängt es dann auch an zu regnen und Sebastian kann noch seinen neuen Schirm aufspannen! Perfektes Timing.

0.50 Uhr: Conny hat extra ohne Ohrstöpsel geschlafen, so dass sie mir sofort auf mein Klopfen aufmacht! In der Nacht gewittert es ordentlich, der Donner dröhnt durch die ganze Stadt und es schüttet wie aus Eimern.

 


Tag 8: Abreise

 

Eigentlich gibt es erst um 7.30 Uhr Frühstück, aber Conny und ich sind schon eine Viertelstunde früher da und tatsächlich dürfen wir uns schon bedienen. Das ist auch gut so, denn der Raum ist recht klein und die Biker und wir wollen ja alle gleichzeitig in einer 3⁄4 Stunde frühstücken und dann abreisen. Das Frühstück ist überraschend üppig und sehr lecker!

 

8.15 Uhr: Wir müssen uns schon von Ines und Mareike verabschieden, die noch weiter Urlaub machen und gehen dann vom Hotel zum Bus, der am Bahnhof steht. Der Regen ist uns jetzt ja egal und wir füllen während der Fahrt zurück nach Villach die Fragebögen zu unserer Reise aus. Jetzt gibt es auch die Urkunden für unsere erfolgreiche Tour und ich bin ganz stolz auf meine 146 Kilometer bei 6050 Höhenmetern!

 

Um 11.15 Uhr sind wir wieder in Finkenstein. Hier steigen Michael, Claudia und Kerstin aus, die hier ihr Auto bzw. Fahrrad stehen haben. Conny flitzt noch eben in den Edeka, um ihr geliebtes „gold-fischli-Knabbergebäck“ zu kaufen!

 

11.30 Uhr: In Villach steigen die Biker mit ihren Rädern auf einem großen Parkplatz aus und für uns geht es jetzt zum Bahnhof. Wir kommen uns vor wie die 10 kleinen Negerlein: jetzt sind wir nur noch 6 Leute...

 

Conny, Manuela und ich kaufen uns im Edeka noch Proviant für die lange Zugfahrt und dann warten wir gemeinsam eine Stunde, bis unser Zug dann fährt.

 

13.00 Uhr: Jetzt heißt es Abschiednehmen von Grit und Andrea, die beiden müssen noch 3 Stunden länger warten :(

Schon ein komisches Gefühl, aber mit Sebastian und Manuela fahren wir noch ein Stück zusammen. In Weigl steigt dann Sebastian aus und in Nürnberg auch Manuela...

 

16.30 Uhr: Andrea schickt ein letztes Bild aus Villach, die als letzte den Ort verlässt...

 

Zum Glück klappen alle unsere Anschlüsse bei der Bahn und zum Glück haben wir reservierte Plätze.

 

1.19 Uhr: Wir sind froh, eeendlich in Münster anzukommen und nehmen uns ein Taxi bis zu Connys Wohnung.

 

1.50 Uhr: Wir fallen todmüde ins Bett und ich schlafe wie ein Murmeltier!

 


Fazit

 

Was für eine tolle Wanderwoche!!!

 


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