Reisebericht von Katrin E.

Alpe Adria Trail Slowenien (31.07. - 07.08.2016)

1. Tag

Am ersten Tag trafen sich 11 begeisterte Wanderer aus allen Teilen Deutschlands in Finkenstein am Faaker See. Die sportliche Wandertour, und sie wurde sportlicher als zu nächst gedacht, begann mit einem gemeinsamen Abendessen und dem gegenseitigen kennenlernen. Mit von der Partie war natürlich unser Guide Sebastian, der uns auf die kommenden Tage einstimmte und die Route erklärte.

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2. Tag Finkenstein-Kranjska Gora

Nach einem ausgiebigen Frühstück konnte es nun endlich losgehen. Trotz Regen begannen wir den Aufstieg Richtung Kranjska Gora. Über Forstwege ging es erst durch Wälder. Gleich zu Anfang wies ein Schild darauf hin, dass wir uns in einem Bärengebiet befanden. Leider zeigte sich Meister Petz die ganze Woche nicht. Es sollte sich herausstellen, dass der erste Tag das Prädikat „sportliche Wanderung“ verdient hatte. Mit ±1500hm/1600hm war es die anstrengendste Etappe der Tour. Das schlechte Wetter entmutigte uns allerdings nicht und wir überquerten am Jepzasattel auf ca. 1434m Höhe die Grenze nach Slowenien. Weiter bergauf, ging es in die Karawanken. Die Aussicht vom Schwarzkogel präsentierte sich heute leider verhalten. Trotz der Höhe von 1842m konnten wir die Aussicht nicht genießen. Nach einer kurzen Rast begannen wir den Abstieg nach Kranjska-Gora zu unserem ersten Hotel in Slowenien. Durch den Besuch von Putin, tags zuvor, waren die Zimmer im Hotel teilweise blockiert und unsere Gruppe verteilte sich auf weitere Schlafmöglichkeiten. Dank der guten Organisation und Improvisation vor Ort, konnten wir Abendessen und Frühstück gemeinsam genießen.

 

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3. Tag Kranjska Gora-Trenta

Mit schweren Beinen, dafür aber mit strahlendem Sonnenschein, begannen wir am nächsten Morgen die zweite Etappe nach Trenta. Entlang der Pisnica führte uns der Weg über grüne Almen und Wälder. Auf unserem Weg lag die „Russische Kapelle“, welche zu Ehren Kriegsgefangener, die im ersten Weltkrieg bei einer Lawine ums Leben gekommen waren, errichtet wurde.

Nach der Mittagspause stiegen wir die julischer Alpen wieder hinauf und erreichten auf 1611m den Vrisc-Pass, den höchsten Straßenpass der julischen Alpen, wo die nächste Sehenswürdigkeit schon auf uns wartete. Von dem Aussichtspunkt konnte man das Steinbild des „Heidnischen Mädchens“ sehen und unser Ziel Trenta war nun auch nicht mehr weit. Entlang der Soca, welche uns noch lange begleiten sollte, erreichten wir kurz vor Trenta die wunderschöne Soca-Quelle. In Trenta angekommen spielte sich die allabendliche Routine ab: die verdiente Dusche, das gemeinsame Essen und die Besprechung der nächsten Etappe.

 

Soča River, Slovenia

4. Tag Trenta-Bovec

Die Etappe nach Bovec war einer der Entspanntesten, da sich die Höhenmeter in Grenzen hielten. Nachdem Sebastian, der uns bis dahin super betreut hatte, die alltäglichen Fragen, nach Pipi, Wasser und Sonnencreme gestellt und wir sie lachend mit ja beantwortet hatten, nahmen wir den Weg an der smaragdgrünen Soca wieder auf. Durch Wälder und über einige Holzhängebrücken wanderten wir durch den Triglav Nationalpark. Zwischen durch bot sich die Gelegenheit sich im Fluss zu erfrischen. Nach überqueren der Soca-Schlucht erreichten wir Bovec. wo wir den Tag in fröhlicher Runde mit dem einen oder anderen Getränk beendeten.

 

5. Tag Bovec-Dreznica

Nach einer erholsamen Nacht starteten wir mit Vorfreude auf eine Überraschung. Wir liefen entlang der Straße und durch Wälder dem Virje-Wasserfall entgegen. Beim Wasserfall (Höhe von 12m und fast 20m Breite)angekommen, blieb Zeit für eine Pause und genügend Fotos. Wir wanderten weiter an der Soca entlang und genossen die malerische Umgebung. Bei Trnovo ob Soci verließen wir den Weg entlang der Soca und machten uns auf den Endspurt Richtung Dreznica. Dort angekommen warteten wir mit einem kühlen Radler in der Hand auf die Busse, die uns zu der nächsten Unterkunft in Tolmin bringen sollten.

 

6. Tag Tolmin-Tribil Superiore

Der Weg nach Tribil Superiore wurde wieder sportlicher. Zunächst erreichten wir die Kirche St. Daniel, welche im Jahr 1501 erbaut und somit die älteste der Gegend war. Weiter auf den Friedensweg, welcher mit einigen italienischen Schützengräben gesäumt ist, stiegen wir den Kolovrat hinauf und überquerten dort die Grenze nach Italien. Leider blieb für die Aussicht auf die julischen Alpen und die Adria nicht so viel Zeit, da sich in der Ferne ein Gewitter ankündigte. Schnellen Schrittes und mit den Worten „nützt ja nix“ überquerten wir zum Schluss noch den Monte Cum. Die Unterkunft in Tribil überraschte uns mit dem Scharm einer Jugendherberge, was die eine oder andere Kindheitserinnerung hervorbrachte. Dank dem Organisationstalent von Sebastian war für alles gesorgt und die Wirtin und “Herbergsmutter“ empfing und mit leckerem Essen und Selbstgebranntem. Da die Unterkunft nicht für so viele Ausgelegt ist, aber sehr persönlich und urig war, dauerte es ein Weilchen bis jeder seinen Schlafplatz gefunden hatte

 

panorama_po_ebene

7. Tag Tribil Superiore-Cividale del Friuli

Endspurt. Nach einem typisch italienischen Frühstück und viel Kaffee traten wir unsere letzte Etappe nach Cividale del Friuli an. Bergauf und bergab ging es über Ebenen, Kastanienwälder und alten Weinländereien zum Wallfahrtsstädchen Castelmonte. Von dort aus wanderten wir stetig bergab und mit der Aussicht über die Po-Ebene durch alte italienische Bergdörfer. Mit jedem Kilometerschild kamen wir Cividale und dem ersehnten Eisbecher näher. Das Profil dieser Etappe war nicht besonders schwierig, allerdings liefen wir unter blauem Himmel und begleitet von der Sonne ca. acht Stunden. Froh, erschöpft und etwas traurig, dass die Tour vorbei war, ließen wir den Tag auf der Piazza bei Pizza und Aperol-Spritz ausklingen.

 

8. Tag Abreise

Etwas wehmütig stiegen wir am Morgen in den Bus, der uns wieder nach Finkenstein brachte. Dort trafen wir auf die Biker, die bis nach Triest gefahren waren. Die erste Station war Villach, wo die Zugfahrer ausstiegen. Dann fuhren wir weiter nach Finkenstein. Dort hieß es nun Abschied nehmen. Wie sollten wir jetzt nur wieder alleine klar kommen, ohne Betreuung.

Ein besonderer Dank gilt Sebastian. Da spreche ich im Namen aller Mitreisenden. Danke für die tolle Organisation. Es klappte alles hervorragend mit dem Gepäcktransport, Übernachtung und das für Christian abends alles vorbereitet war.

Danke, dass du es mit der „Chaos“ Gruppe ausgehalten hast, auch wenn wir mal anstrengend waren. Aber getreu dem Wochenmotto “Nützt ja nix“, kamen wir alle immer und überall wohlbehalten, glücklich und zufrieden an. Wir hatten unendlich viel Spaß und viel zu lachen mit dir. Da wurden die 5579hm und 146km schnell vergessen.